Angeln am Rhein


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Feederangeln (auch feeder angeln, angeln mit futterkorb, futterkorb angeln)


Hier möchte ich Ihnen das Feederangeln vorstellen, da wohl kaum eine andere Methode so erfolgreich an verschiedensten Gewässern und auf verschiedenste Fischarten eingesetzt werden kann. Vom kleinen Fluss bis zum grossen Strom, beim Brandungsangeln und natürlich auch an allen stehenden Gewässern, können damit gute Fänge erzielt werden.
Das Angeln mit der Futterkorb- (Feeder-) rute wird darum zurecht immer beliebter.
Die entscheidenden Vorteile sind
- die Lage des Köders in unmittelbarer Nähe des Futters,
- die zuverlässige Anzeige zaghafter Bisse und
- die Möglichkeit, auch in grösserer Distanz einen Futterplatz anlegen und exakt den Köder dort präsentieren zu können.
Je nach zu beangelndem Gewässer und beangelter Fischart unterscheidet man in leichtes (light), mittleres (medium) und schweres (heavy) Feederangeln.
 Feederruten sind meist mit 2-3 verschieden starken Spitzen ausgestattet, die es ermöglichen, sich den Bedingungen, wie Gewicht des Futterkorbes sowie Wind- und Strömungsverhältnissen, optimal anzupassen.

Wichtig beim Feederangeln ist, beim Wurf möglichst immer die selbe Stelle zu treffen, damit das Futter nicht zu weit verstreut wird. Dazu sucht man für die Richtung einen markanten Punkt am gegenüberliegenden Ufer als Ziel. Um die Entfernung gleich halten zu können, kann nach dem ersten Wurf, die Schnur in den Clip der Rollenspule eingehangen werden. Aus meiner Sicht, hat dies jedoch zwei Nachteile. Zum einen kann es ungeübten Werfen passieren, dass durch das plötzliche Abstoppen des Wurfes, die Schnur reisst. Zum zweiten kann eine starker Fisch unmittelbar nach dem haken verloren gehen, wenn er sofort die Flucht ergreift, die Schnur aber nicht von der Rolle freigegeben wird. Ich bevorzuge, nach dem ersten Wurf, etwa einen Meter Schnur mit einem wasserfestem Marker farblich zu kennzeichnen. Diese Markierung dient dann zur Überprüfung der Wurfweite. Nach dem Wurf wird die Rute in einer Feeder Rutenauflage so abgelegt, dass Rute und Schnur etwa einen Winkel von 90 Grad bilden. Bei geringer Strömung kann die Rute wagerecht abgelegt werden, ist die Strömung stärker, empfehle ich ein senkrechtes Aufstellen der Rute, damit soviel Schnur wie möglich, dem Strömungsdruck entzogen wird. Die Schnur muss gespannt werden, so dass die Rutenspitze leicht gekrümmt ist. Die Bisserkennung erfolgt immer über die Rutenspitze. Leichtes zucken signalisiert, dass der Köder vom Fisch geprüft wird. Sobald die Rutenspitze energischer zuckt, oder sogar kräftig herumgezogen wird, muss der Anschlag erfolgen. Dazu wird die Rute zügig und gleichmässig nach hinten geführt. Ein ruckartiges anschlagen sollte auf jeden Fall vermieden werden, da bei dieser Methode ein direkter Kontakt zum Köder besteht und dadurch schnell dünnere Vorfächer reissen können. Ebenso sollte sofort angeschlagen werden, wenn die Rutenspitze plötzlich nicht mehr gekrümmt ist. Dies geschieht, wenn der Fisch mit dem Köder auf den Angler zuschwimmt und dabei den Futterkorb mitzieht. Die Schnur wird entspannt und die Rutenspitze schnellt zurück. Wie bei allen anderen Angelmethoden, gibt es auch beim Feederangeln verschiedene Montagen. Am effektivsten haben sich verschiedene Laufmontagen herausgestellt, bei denen der Futterkorb frei auf der Schnur gleitet.
Wer sich diese nicht selber herstellen will, findet hier einige erprobte Rig’s.
Feeder Sliding Rig
Power Gum Feeder Sliding Rig
Browning Feeder-Rig - 3 Stück

 

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Beim Feederangeln im Rhein, müssen oft wegen der starken Strömung schwere Futterkörbe eingesetzt werden. In der Hauptströmung sind 100g und mehr angebracht, damit der Futterkorb nicht verdrifftet, sondern am Futterplatz liegen bleibt. Runde Futterkörbe rollen natürlich am schnellsten weg. Darum empfehle ich beim Angeln in der Strömung Futterkörbe mit einer vergrößerten Auflagefläche. Solche Futterkörbe gibt es in verschiedenen Formen wie halbrund, vier- oder dreieckig. Diese haben gegenüber den runden den Vorteil, dass sie auch mit weniger Eigengewicht sicher liegen bleiben und beim Einholen schneller vom Gewässergrund aufsteigen, wodurch die Gefahr des Hängenbleibens an Hindernissen reduziert wird. Beim angeln in Altarmen, Hafenanlagen oder Buhnenfeldern des Rheins, sind rund 40g schwere Futterkörbe meist ausreichend.
Hier einige Futterkörbe für verschiedene Anwendungsbereiche.
Futternetz zum Feederangeln auf Aal
Futterkorb für besonders weite Würfe
Futterkorb für die Meeresangelei in großen Tiefen
Für Buhnen, Altarme und Häfen
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Futterkorb für starke Strömung

Die leichteste Form des Feederangelns ist das Angeln mit dem Winkelpicker, wobei hier jedoch nur sehr leichte Futterkörbe bis 20g verwendet werden können. Eine deutlich bessere Wahl ist eine leichte Feederrute, oft auch als "Quiver Feeder" angeboten. Mit dieser lassen sich Gewichte von 5g - ca. 60g werfen. Die Rolle sollte etwa 100m 0,20er Schnur fassen und mit einer monofilen Schnur von 0,16-0,20mm bespult sein. Das Vorfach wird etwa 0,05mm dünner gewählt. Das Haupteinsatzgebiet ist das Angel auf Weissfische in stehenden und langsam fliessenden Gewässern.


Gerät zum Feederangeln im Rhein und anderen großen Flüssen

Mittlere Feederruten
mit einem Wurfgewicht von ca. 20g - 120g haben eine breites Einsatzgebiet. Die Schurstärke sollte hierbei etwa 0,20-0,25mm betragen und die Rolle ein Fassungsvermögen von etwa 150m haben. Bereits mit diesen Ruten lassen sich kapitale Fische landen.
(Das ist die richtige Ausrüstung für das Angeln in Buhnenfeldern, Altarmen und Hafenanlagen!)


Heavy-Feederruten
haben Wurfgewichte bis über 200g! Mit Ihnen wird vorzugsweise in der Strömung grosser Flüsse (z.B. auf Barben), an grossen Seen (auf Karpfen und kapitale Brassen) und am Meer (Brandungsangel) geangelt. Rollen mit einem Fassungvermögen von etwa 200m 0,35er Schnur und Schnurstärken von 0,30-0,40mm sind hier angebracht.( Wer in der Hauptströmung angeln will, kommt um ein Heavyfeeder nicht herum.)


Beim mittleren und schweren Feederangeln finden zunehmen geflochtene Schnüre Verwendung, da diese kaum Dehnung und höhere Tragkräfte haben. Dadurch wird auch auf grosse Entfernung jeder Zupfer angezeigt und es kann mit dünnerer Schnur geangelt werden. Wird mit relativ dünner monofiler Schnur und schwerem Futterkorb geangelt, empfiehlt sich die Verwendung eines Schockvorfachs, damit der Futterkorb beim Auswerfen nicht abreisst.
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Zwei der der drei oben genannten Rig’s sind als Schockvorfach ausgeführt.

Und hier noch einige Tips

- vergessen Sie nicht bei der Auswahl der Rute, dass Gewicht des Futters zum Eigengewicht des Futterkorbes hinzu zu rechnen
 - um Verwicklungen von Hauptschnur und Vorfach entgegenzuwirken, sollten zumindest Anfänger, Anti Tangle Rohre verwenden
- beim Beginn des Angelns in stehenden Gewässern, eine Futterspur legen, das heisst, den Futterplatz mehrfach anwerfen und dann nach ca. 1 Minute langsam wieder einholen, stossen Fische auf diese Spur, werden sie direkt zum Futterplatz geführt
- sind die Fische bereits am Futterplatz, einen kleineren Futterkorb verwenden, damit die Fische nicht überfüttert werden ( Es sei denn, Sie angeln auf grosse Brassen. Ist einmal ein Schwarm am Futterplatz, wird jede Menge Futter benötigt, um die Fische am Platz zu halten.
- bei Verwendung einer Futterspirale hat sich folgende Kombination bewährt - in der Mitte fester, stark riechender Teig (für eine lange Lockwirkung), aussen herum, nicht zu festes Fertigfutter  (für die Bildung einer Futterwolke bzw. Futterspur)
- achten Sie immer darauf, dass das Futter frisch ist
- hochwertiges Markenfutter ist zwar etwas teurer als “Sonderangebote”, aber die Fische erkennen den Unterschied!
- das Futter sollte so beschaffen sein, das der Futterkorb nach 5-10 Minuten leer ist (in stehenden Gewässer das Futter etwas weniger feucht einrühren als im Fliessgewässer)
- verwenden Sie spezielles Futter bzw. Futtermischungen zum Feederangeln. Wenn das Futter zu stark klebt und sich nicht aus dem Futterkorb löst, bzw. schon an der Wasseroberfläche den Futterkorb verlässt, sind die Vorteile dieser Angelmethode nicht nutzbar.

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