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Angelschnüre

Allgemeines
Wegen ihrer hohen Bruchfestigkeit und geringen Sichtbarkeit im Wasser hat sich die einfädige (monofile) Perlonschnur durchgesetzt. Schnüre für die verschiedenen Angelmethoden im Süsswasser haben normalerweise Stärken zwischen 0,12 und 0,60 mm. Daneben gibt es aber noch andere Schnurtypen. Die wichtigsten Merkmale einer Schnur sind: Material, Durchmesser, Tragkraft, Knotenfestigkeit und Streckungsvermögen. Die Verschleissparameter Abriebsfestigkeit, UV-Beständigkeit und Salzwasserfestigkeit sind ebenfalls zu beachten. In bestimmten Fällen spielt auch die Farbe eine grosse Rolle. Hochentwickelte Herstellungstechnologien gestatten heute, auch innerhalb einer Schnurklasse bei gleichem Durchmesser Schnüre mit verschiedenen Eigenschaften zu produzieren.

Monofile Schnur
Als Monofil (einfädige Schnur) wird nur noch Perlon verwendet. Monofile Perlonschnur gibt es als weiche oder als harte Schnur. Weiche Schnur hat meist eine bessere Knotenfestigkeit, ist aber "langsamer" - das heisst, der Köderkontakt ist nicht so gut, wie bei harter, "schneller" Schnur, die dafür meist die geringere Knotenfestigkeit hat. Weiche Schnur lässt sich besser mit der Multirolle werfen. Leider geben die Anbieter über Durchmesser und Tragkraft hinaus nur selten konkrete Auskunft zu den anderen Schnureigenschaften an. Farbige Schnüre werden zum einen wegen des Tarneffektes verwendet, zum anderen von Spinnanglern wegen der besseren Kontrolle der Köderführung und zur Früherkennung von Bissen (dann zumeist grellgelbe oder -grüne mit Fluor-Effekt). Monofile Perlonschnur ist relativ abriebsfest und bei entsprechendem Durchmesser für fast alle Angelarten verwendbar (beim Flugangeln nur als Vorfachmaterial). Folgende Schnurstärken werden empfohlen: 0.15-0.18 mm: alle Kleinfische, kleine Döbel, Barsche, Rotaugen, Rotfedern; 0.18-0.25 mm: Äschen, Forellen, Döbel, grosse Rotaugen, grosse Rotfedern, Schleien; 0.25-0.35 mm: Forellen, Saiblinge, grosse Schleien, Karpfen, Aale, Barben, grosse Döbel, grosse Brassen, Zander, kleine Hechte; 0.35-0.45 mm: Hechte, grosse Zander, grosse Barben, grosse Karpfen und Aale; 0.50-0.60 mm: Welse, Seeforellen, Huchen, grosse Hechte. Dabei wird von folgender, mittlerer Tragkraft der Schnüre ausgegangen: 0.20mm/ca. 2,8 kg, 0,25mm/ ca. 4,0 kg, 0.30 mm/ca. 6,0 kg, 0.35 mm/ca. 8,0 kg, 0.40 mm/ca.10,0 kg, 0.50 mm/ca. 15,0 kg, 0.60 mm/ca. 22,0 kg. Bei hochwertigen modernen Schnüren liegen die Werte jedoch deutlich höher, womit auch entsprechend dünnere Schnüre eingesetzt werden können. Die Pflege monofiler Kunststoffschnüre ist denkbar einfach. Man schützt sie lediglich vor direkter Sonneneinstrahlung und dem Kontakt mit Fetten und Lösungsmitteln. Nach dem Fischen benötigen sie im Gegensatz zu Fliegenschnüren, die zwischenzeitlich gereinigt und je nach Art gefettet werden müssen, keinerlei Pflege. Von Zeit zu Zeit sollten Sie den vorderen, sich am stärksten abnutzenden Teil kontrollieren und, wenn die ersten Meter aufgerauht sind, abschneiden.



Multifile Schnur
Multifile geflochtene Schnur besteht aus unterschiedlich vielen Fäden Dacron oder Dyneema, je nach Tragkraft. Bei gleichem Durchmesser hat sie eine wesentlich höhere Tragkraft als Monofil. Sie ist sehr weich, aber fast ohne Dehnung - also trotzdem eine extrem schnelle Schnur. Dadurch besteht aber auch die Gefahr, dass bei Drillfehlern der Haken ausschlitzt! Bei den meisten Produkten ist der Auftrieb so hoch, dass die Schnur schwimmt. Mit entsprechender Knotentechnik lässt sich eine hohe Knotenfestigkeit erreichen. Gegen Abrieb ist sie empfindlicher als Monofil und wird vor allem zum Spinnangeln und zum Meeresangeln eingesetzt.

Fliegenschnur
Da beim Fliegenfischen das Wurfgewicht nicht vom Köder, sondern von der Schnur geliefert werden muss, sind Fliegenschnüre sehr dick und schwer, aber nur etwa 25 bis 30 m lang, weil selten weiter geworfen wird. Zum weiteren Verlängern (z.B. im Drill eines starken Fisches) folgt auf der Rolle die sogenannte Nachschnur.

Spezialschnüre
Auf dem Markt ist zum Beispiel Multifil-Material, das eine Weile nachleuchtet, wenn man es mit Tages- oder Lampenlicht "auflädt". Eine andere Schnur, die sogenannte Ghostline, besteht aus unzähligen, feinsten Einzelfäden, die nicht miteinander verflochten sind: Dadurch wird die Schnur im Wasser nicht nur unsichtbar, sondern ist für sensible Fischmäuler auch nicht mehr spürbar. Die beiden zuletzt genannten Schnüre werden für Vorfächer verwendet. Ein interessantes Schnurmaterial ist PVA - es löst sich im Wasser auf. Damit können Köder oder Montageteile für den Wurf fixiert werden, die dann nach einer kurzen Zeit im Wasser freigegeben werden. Einige Friedfischangler verwenden eine spezielle Gummischnur als "Stossdämpfer", von der ein kurzes Stück zwischen Rutenspitze und Hauptschnur montiert wird.

Vorfächer
Friedfischangler fügen zwischen Hauptschnur und Haken meist ein etwa 0,05mm dünneres Schnurstück ein, um die Scheuchwirkung herabzusetzen. Gleichzeitig wird erreicht, dass ein abgerissener Fisch nur mit dem Haken und Vorfach und nicht etwa mit mehreren Metern der Hauptschnur entkommt. Spezialisten wie z. B. Karpfenangler verwenden dazu oft besonders weiche, mehrfädige Materialien. Für den Fang von Raubfischen, wird zwischen Schnur und Köder ein 15-70cm (je nach Angelmethode) langes Stahlvorfach eingefügt. Speziell der Hecht hat so scharfe Zähne, dass er problemlos monofile, aber auch geflochtene Schnüre durchbeissen oder durchscheuern kann. Die Zerreissfestigkeit von Stahlvorfächern soll stets mindestens so gross wie die der Hauptschnur sein. In der Fliegenfischerei finden spezielle Fliegenvorfächer Verwendung, die sich zur Spitze hin verjüngen.

Mein Extratip
Anfängern empfehle ich grundsätzlich monofile Schnur, da diese aufgrund ihres Dehnungsvermögens deutlich mehr Fehler verzeiht als multifiles Material. Wer kennt nicht den Anfängerfehler, einen gehakten Fisch unter allen Umständen so schnell wie möglich landen zu wollen. Setzt der noch nicht ausgedrillte Fisch dann kurz vor der Landung zu einer Flucht an, kann die Dehnung monofiler Schnur oft den Unterschied zwischen haben oder fast gehabt ausmachen. Mit zunehmender Erfahrung, kann man dann auf geflochtene, (z.B. Berkley Fireline) Schnur umstellen.
 

Für das Ansitzangeln auf Fried- und Raubfische

1x0,28mm + 1x0,35mm Monofil für die stärkere Rute
1x0,20mm + 1x0,25mm Monofil für die leichtere Rute
Die jeweils dünnere Schnur wird vor allem im ruhigeren Wasser beim Posenangeln eingesetzt.

Für den Spinnangler
1x 0,30mm für Zander und Hecht + 1x 0,20mm für Barsch
Wer vorzugsweise mit Gummiködern wie Twister und Shad angeln möchte, sollte überlegen, ob er sich Schnur in einer auffälligen Farbe wie z.B. gelb kauft. Nicht selten kommt es vor, dass Gummiköder bereits unmittelbar nach dem Wurf genommen werden. Diese Bisse sind an einer deutlich sichtbaren Schnur, besser zu erkennen als an einer unauffällig gefärbten.

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