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Angeln am Rhein

 

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Angelrollen

Allgemeines
Angelrollen dienen als Schnurspeicher. Man unterscheidet zwischen Stationärrollen, bei denen die Schnurspule feststeht und Multirollen mit drehender Schnurspule. Meistens besitzen Rollen eine Übersetzung. Stationär- und Multirollen haben eine einstellbare Bremse, die einerseits dem Fisch im Drill einen genau dosierbaren Widerstand entgegensetzt, andererseits ein Reissen der Schnur verhindert. Ein gute Bremse ist aus meiner Sicht das wichtigste an einer Rolle! Unbestritten ist, dass je feiner geangelt wird, die Anzahl der Bisse um so mehr steigt. Wenn aber im entscheidenden Moment, die Rolle nur widerwillig und ruckartig die Schnur freigibt, kann der gehackte Fisch schnell wieder verloren sein. Um die Qualität der Bremse zu prüfen, gibt es ein erprobtes Mittel. An einer mit einigen Metern Schnur bespulten Rolle, wird die Bremse zunächst fest angezogen. An das Schnurende wird ein Gewicht von etwa 500g angebunden. Nun wird bei herabhängendem Gewicht, ganz langsam die Bremse gelockert. Bei guten Bremsen, wird ab einer bestimmten Anzugskraft, langsam und gleichmäßig die Schnur freigegeben. Das Gewicht sinkt langsam zu Boden. Fällt das Gewicht hingegen plötzlich und nahezu ungebremst zu Boden, sollten Sie diese Rolle keinesfalls kaufen.
Stationär- und Multirolle eignen sich nicht zum Flugangeln. Dafür verwendet man eine spezielle Fliegenrolle.

Stationärrollen
Die Stationärrolle ist der gebräuchlichste und für Anfänger zu empfehlende Rollentyp. Der Schnurfangbügel wickelt die Schnur auf die feststehende (stationäre) Spule. Die Spule steht so, dass die Achse in Wurfrichtung zeigt, weshalb die Schnur quer zur Rute aufgewickelt wird. Weil grössere Fische bei ihren Fluchten oft grosse Mengen Schnur abziehen, spielt das Fassungsvermögen von Rollen eine wichtige Rolle. Kleine Rollen haben ein Höchstfassungsvermögen von ca.100 m/0.20 mm Schnur, mittlere von ca.100 m/0.35 mm und grosse von ca.100 m/0.50 mm monofiler Schnur. Bei Verwendung von monofilen Schnüren gilt folgende Regel: Für den Hecht- und Karpfenfang ist mindestens eine mittlere, für Huchen und Welse eine grosse Rolle zu verwenden. Beim Einsatz multifiler Schnüre, welche bei gleicher Tragkraft deutlich dünner sind, kann man die Rolle jeweils ein Nummer kleiner verwenden. Stationärrollen werden mit Front- und Heckbremse angeboten. Früher waren Frontbremsrollen aufgrund der grösseren Bremsscheiben, deutlich bei der Bremsleistung im Vorteil. Heute ist es einigen Herstellern gelungen, auch bei Heckbremsrollen ähnlich gute Werte zu erreichen. Die Anzahl der eingebauten Kugellager spielt beim Kauf für viele Angler eine entscheidende Rolle. Dies wird leider immer wieder ausgenutzt, indem minderwertige Rollen (z.B. mit mangelhafter Bremse) mit einigen Kugellagern aufgepoppt und dann als hochwertig angeboten werden. Wichtiger als die Anzahl, ist die Position der Kugellager.
Immer beliebter werden Freilaufrollen (Stationärrolle mit eingebautem Freilauf) da diese speziell beim Ansitzangeln universell einsetzbar sind.

 

Multirollen
Multirolle ist die Kurzform von Multiplikatorrolle. Der Name rührt von der Übersetzung durch ein Getriebe her. Im Gegensatz zur Stationärrolle dreht sich die Spule. Ihre Achse liegt quer zur Wurfrichtung, die Schnur wird also parallel zur Rute aufgewickelt. In Deutschland werden Multirollen hauptsächlich zum Schleppangeln und Meeresangeln verwendet. Einige Spezialisten nehmen sie wegen der genaueren und ruckfreien Bremse auch zum Spinnangeln. Genaues und weites Werfen mit der Multirolle erfordert Übung und ist Anfängern nicht zu empfehlen.

 

Fliegenrollen
Für die besonderen Wurftechniken des Flugangelns gibt es spezielle Fliegenrollen, die in ihrer Mehrzahl nur Vorratsbehälter für Flug- und Nachschnur sind. Am meisten verbreitet sind unübersetzte Kurbelrollen mit simplen Klickbremsen.

Spezialrollen
Eine enge Verwandte der Stationärrolle ist die Kapselrolle, bei der die Schnurtrommel in einer Kapsel liegt. Die Funktion ähnelt der einer Stationärrolle. Eine frühe Vorfahrin der Stationärrolle ist die auch heute noch vereinzelt zu sehende Wenderolle: Aufgespult wird wie mit einer Achsrolle (Multirolle, Fliegenrolle), geworfen wie mit einer Stationärrolle, indem man die Rolle einfach um 90° dreht. Eine besondere Form der Achsrolle ist die Nottinghamrolle. Bei ihr kommt es vor allem auf eine widerstandsarme Lagerung der Spule an, weil mit ihr einerseits sehr fein, andererseits treibend in der Strömung gefischt wird und dabei die Strömung die Schnur abziehen muss. Da die Schnur ohne Drall freigegeben wird, läuft sie auch besser durch die Rutenringe.



Meine Empfehlung
Für das Ansitzangeln auf Fried- und Raubfische

1 Stationärrolle mit einem Schnurfassungsvermögen von ca. 200m / 0,30er für die stärkere Rute  
+ 1 Stationärrolle mit einem Schnurfassungsvermögen von ca. 150m / 0,25er für die leichtere Rute  
Vorzugsweise sollten Sie sich Freilaufrollen zulegen, da diese universell einsetzbar sind. Gerade beim angeln in der Strömung ist es von grossem Vorteil, wenn die Rolle einen Freilauf hat. Der Freilauf kann so eingestellt werden, dass die Strömung gerade so keine Schnur von der Rolle ziehen kann. Ein beissender Fisch, wie zum Beispiel ein vorsichtiger Zander, kann jedoch nahezu ungehindert Schnur nehmen und schöpft so keinen Verdacht. Auch beim Aal- oder Karpfenangeln, sind Freilaufrollen definitiv ein Vorteil. (Ich bevorzuge Freilaufrollen, bei denen der Freilauf per Kurbel ausgeschaltet wird. Dass soll aber nicht heissen, dass Rollen, bei denen der Freilauf per Hebel ausgeschaltet wird, schlechter sind.) Hinzu kommt, das selbst gute Freilaufrollen heute kaum teurer als entsprechende Rollen ohne Freilauf sind. Achten Sie beim Kauf darauf, dass eine Ersatzspule dabei ist, damit Sie sich mit unterschiedlichen Schnurstärken den Bedingungen anpassen können.)

Für den Spinnangler
1 Stationärrolle mit einem Schnurfassungsvermögen von ca. 150m / 0,30er  
Eine gute Spinnrolle sollte leicht, aber auch gleichzeitig robust sein. Beim Spinnangeln wird die Rolle naturgemäss viel stärker belastet als zum Beispiel beim Grundangeln. Rollen zum Spinnangel, sollten grundsätzlich ein kugelgelagertes Schnurlaufröllchen haben. Aber auch eine saubere Schnurverlegung auf der Spule ist wichtig, um exakt und weit werfen zu können. Bei Markenrollen können Sie heute davon ausgehen, dass diese mit allen genannten Merkmalen ausgestattet sind. Beim Kauf einer Rolle für das Spinnangeln sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass mindestens eine Ersatzspule dabei ist. Spinnangeln auf Barsch, Döbel und Forelle mit 0,30er Schnur macht keinen Spass!
 

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